Warum Führungsteams nicht mit einer Stimme sprechen – und wie Beobachtung hilft.
Strategie scheitert selten am Inhalt. Sie scheitert an uneinheitlicher Führung.
Viele Organisationen haben Strategien, Leitbilder und Ziele. Und dennoch fehlt es an Durchschlagskraft.
Nicht, weil die Strategie falsch ist – weil die Führung nicht geschlossen handelt.
Unterschiedliche Interpretationen, konkurrierende Prioritäten und unausgesprochene Zielkonflikte führen dazu, dass Führung nebeneinander statt miteinander agiert. Entscheidungen werden vertagt, Maßnahmen verlieren Wirkung, die Organisation spürt Unklarheit.
Ohne strategischen Schulterschluss verliert selbst die beste Strategie an Kraft.
Fehlende Ausrichtung zeigt sich selten offen – aber sehr konkret im Alltag:
Der CTO interpretiert "Digitalisierung" anders als der Vertriebsleiter
Entscheidungen widersprechen sich oder bleiben aus
Führungskräfte setzen unterschiedliche Schwerpunkte
Prioritäten wechseln, ohne klaren Bezug zur Strategie
Die Organisation reagiert verunsichert oder opportunistisch
Das Ergebnis ist kein Chaos –
sondern schleichender Wirkungsverlust.
Die wahre Ursache: Führungsdiskrepanzen, nicht Strategiemängel
Das Problem liegt selten in der Strategie selbst.
Es liegt darin, dass Führungskräfte unterschiedliche mentale Modelle haben:
Diese Diskrepanzen bleiben meist unsichtbar – bis sie wirken.
Meine Methode: Beobachtung macht sichtbar, was Gespräche verschleiern.
Ich arbeite nicht als Strategieberater oder Moderator.
Ich bin Führungs-Diagnostiker.
Mehr zu meiner Methode.
Praxisbeispiel 1:
Maschinenbau-Unternehmen - Generationenwechsel
SITUATION
Generationenwechsel - Vater (63) übergibt an Sohn (35), 150 Mitarbeitende, Maschinenbau,
"Schrittweiser Rückzug" vereinbart. Die Mitarbeiter reden von Spannungen unter beiden, tun sich schwer den jeweils Zuständigen zu erkennen. Beide
greifen punktuell ein, wenn es ihnen wichtig erscheint.
DIAGNOSE
Beide greifen punktuell ein, wenn es ihnen wichtig erscheint und fühlen sich gleichzeitig oft übergangen. Führungskräfte fragen beide - bekommen unterschiedliche Antworten
Sohn vermeidet Konfrontation, Vater "mischt sich nicht ein"
ERGEBNIS
Die Betrachtung (inkl. ein Shadowing deren Besprechungen) macht sichtbar, was beide spüren, aber nicht benennen: Der vereinbarte „schrittweise Rückzug" existiert als Absicht – nicht als gelebte Struktur. Solange unklar bleibt, wer in welchen Bereichen das letzte Wort hat, füllen beide die Lücken – jeder auf seine Weise.
Ein gemeinsames Gespräch, vorbereitet und begleitet, schafft erstmals eine konkrete Zuständigkeitsstruktur: Bereiche, in denen der Sohn vollständig verantwortlich ist, werden klar benannt – ebenso jene, in denen der Vater noch aktiv eingebunden bleibt. Die implizite Erwartung, dass der Sohn von selbst übernimmt und der Vater von selbst loslässt, weicht einer vereinbarten Übergangslogik.
Die Führungskräfte erhalten eine verlässliche Antwort auf die Frage, wen sie in welchen Belangen ansprechen. Die Spannungen, die vorher als persönlicher Konflikt wahrgenommen wurden, erweisen sich als strukturelles Problem – und lösen sich mit der Struktur weitgehend auf.
Praxisbeispiel 2:
Konfuse Zielvorstellungen zur ERP-Einführung
SITUATION
Ein mittelständisches IT-Unternehmen (ca. 120 Mitarbeitende) steht vor der
Einführung einer neuen ERP-Plattform. CEO und CTO vertreten nach außen
dieselbe Linie – intern aber priorisieren sie unterschiedlich: Der CEO denkt
in Kundenprozessen, der CTO in technischer Stabilität. Das Projektteam
bekommt widersprüchliche Signale, ohne es benennen zu können.
DIAGNOSE
Im Rahmen des Schulterschlusses wird durch strukturierte Beobachtung
sichtbar, dass in gemeinsamen Besprechungen keine echte Abstimmung
stattfindet – sondern parallele Monologe. Beide Führungskräfte gehen davon
aus, dass der andere ihre Priorität teilt.
ERGEBNIS
CEO und CTO einigen sich erstmals explizit auf eine gemeinsame
Entscheidungslogik für das Projekt. Drei strittige Architekturentscheidungen,
die seit Wochen im Raum stehen, werden innerhalb von zwei Wochen getroffen.
Das Projektteam meldet zurück, dass „plötzlich klarer ist, wer was
entscheidet."
Praxisbeispiel 3:
Cloud-Migration – Geschäftsführung vs. Bereichsleitung
SITUATION
Ein Software-Unternehmen (ca. 80 Mitarbeitende) plant die Migration
seiner Produktlandschaft in die Cloud. Die Geschäftsführung kommuniziert
„strategische Priorität", der Bereichsleiter Entwicklung sagt „volle Unterstützung" – aber die Migration kommt seit 6 Monaten nicht voran.
Entwickler berichten von unklaren Prioritäten zwischen Kundenfeatures
und Migrationsaufwand.
DIAGNOSE
Durch gezielte Beobachtung der Führungsbesprechungen wird sichtbar:
Die Geschäftsführung erwartet, dass der Bereichsleiter die Migration „nebenbei" organisiert. Der Bereichsleiter geht davon aus, dass die GF ihm dafür Ressourcen und
Kundenprojekt-Entlastung verschafft. Niemand hat diese Erwartungen je explizit gemacht.
In den Meetings wird über
Fortschritte geredet – aber nicht über Ressourcen-Konflikte.
ERGEBNIS
GF und Bereichsleiter klären erstmals konkret, welche Kundenfeatures
zurückgestellt werden müssen, um die Migration voranzubringen.
Sie einigen sich auf eine transparente Priorisierungs-Matrix.
Innerhalb von drei Wochen wird ein realistischer Migrationsplan
verabschiedet, der nicht mehr „nebenbei" läuft, sondern als
Kernprojekt behandelt wird. Die Entwickler berichten:
„Endlich wissen wir, woran wir wirklich arbeiten sollen."
Was ich NICHT mache
Das können andere besser.
Was ich STATTDESSEN mache
Je nach Ausgangslage arbeite ich mit Geschäftsführungen, Vorständen oder erweiterten Führungskreisen an zentralen Fragen:
Klärung strategischer Leitlinien
Ausrichtung von Zielen und Prioritäten
Bearbeitung strategischer Spannungsfelder
Klärung von Entscheidungs- und Verantwortungslogiken
Übersetzung von Strategie in handlungsleitende Orientierung
Ich schaffe einen Rahmen, in dem Klartext möglich ist,
ohne Eskalation – aber mit Wirkung.
Strategischer Schulterschluss macht Strategie wirksam.
Unabhängige, erfahrene Moderation auf Top-Management-Ebene
Klare Struktur statt endloser Abstimmungsrunden
Fokus auf Wirkung, nicht auf Formate
Ergebnisse, die im Alltag tragen
Für Führungsteams, die Richtung geben wollen – und sie auch halten.
