Führung organisieren und optimieren

Gute, wirksame Führung bedarf zunächst einmal klarer Vorstellungen darüber, was über Führung bewirkt werden soll, wie Führung "funktioniert". Im Idealfall wird dies über ein Führungskonzept präzisiert. So wird zugleich der Transfer des der Systematik zugrunde liegenden Know-hows unterstützt, Führung wird leichter vermittelbar.

 

Führung versteht sich als ein System, das aus einer Vielzahl an Komponenten besteht. Die einzelnen Komponenten gilt es zu organisieren und einzurichten, aufeinander abzustimmen, zu "orchestrieren". Und den Transfer in die Praxis, das Zusammenspiel der Komponenten zu gewährleisten.

 

All dies zu leisten helfe ich. Generell als auch punktuell, am jeweils kritischen Engpass.

Teil 1: Rahmenbedingungen schaffen

Bei der Organisation der Führung sind geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen. Diese beinhalten üblicherweise die folgenden Bausteine:

  • Führungs-Grundsätze und -Prinzipien, Führungskonzept
  • Grundsätze und Regeln für
    • die Definition und Abgrenzung von Verantwortung für Prozesse und Leistungen
    • das Management von Projekten
  • Regelungen (i.S. von Anweisungen, wie z.B. Budgetregelungen, Vollmachten und Kompetenzen, Prozesse der Mitarbeiterbeschaffung (insbesondere Personalauswahl/-entscheidung)
  • Qualifizierungsmaßnahmen für Führungskräfte die gewährleisten, dass diese die erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten erlangen (> Häufig ist feststellbar, dass ein Transfer vermittelten Wissens in die Praxis nicht ausreichend stattfindet).

Teil 2: Prozesse und Werkzeuge einrichten

In einem 2. Teil geht es zunächst darum, robuste, standardisierte Führungsprozesse einzurichten, welche eine regelmäßige Kommunikation, die Vereinbarung als auch die Kontrolle von Zielen und Maßnahmen gewährleisten.

 

Insbesondere geht es dabei um folgende Führungsprozesse:

  • Strategische Planung
  • Operative Planung / Geschäftsjahresplanung
  • Jour-fixe / Regelkommunikation
  • Berichtswesen
  • Mitarbeitergespräche

Um diese Prozesse wirksam wahrnehmen zu können, bedarf es geeigneter Werkzeuge, die es zu entwickeln und bereitzustellen gilt. Dies sind insbesondere folgende Werkzeuge:

  • Maßnahmen-/Offene Punkteliste (OPL) zur Dokumentation vereinbarter Maßnahmen und deren Kontrolle
  • Agenda (insbes. für Regelkommunikation, enthält auch Standard-Tagesordnungspunkte)
  • Zielvereinbarungen, Stellen-/Aufgabenbeschreibungen
  • Kostenrechnung und Kalkulation
  • Planungshilfen, insbesondere für die
    • Absatz- und Umsatzplanung
    • Kapazitätsplanung
    • Personalplanung
    • Investitionsplanung
    • Kosten- und Ergebnisplanung
    • Budgetplanung
  • Reports und Auswertungen für das Berichtswesen

Das Etablieren wirksamer, funktionsfähiger Führungsprozesse erfordert immer

  • begleitende Maßnahmen im Bereich der Führungskräfteentwicklung (~Trainings)
  • gezielte Maßnahmen zur Sicherung des Transfers in die Praxis (Einzel-/Teamcoaching, Praxisbegleitung)

Exkurs: Wodurch sich die Führungsarbeit entwickelt

Die Art und Weise der Führung innerhalb eines Unternehmens entwickelt sich evolutionär. Insbesondere im Mittelstand ist die Führungsarbeit zunächst durch die individuelle Art der Inhaber geprägt. Insbesondere die Gründerpersonen haben durch die - zumindest anfängliche - Überschaubarkeit ihres Geschäfts eine beeindruckende Sensorik entwickelt. Eine Sensorik, die es ihnen erlaubte, ohne zeitgemäße ührungs-Routinen auszukommen. "Der/Die Chef/in könne das Gras wachsen hören", wird dieses Phänomen oft plakativ von Mitarbeitern umschrieben.

Die Art und Weise, wie Führungskräfte ihre Führungsarbeit leisten und verstehen, ist so auch von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich. Nicht selten sind Unterschiede auch innerhalb eines Unternehmens bei den Führungskräften festzustellen.

 

Mit dem Wachstum eines Unternehmens steigt die Notwendigkeit, Verantwortung zu delegieren. Grundlage der Führung sind Ziele, Führung erfolgt daher insbesondere über Ziele. Die Frage, "WAS" und "WIE" soll eine Aufgabe ausgeführt werden, gerät dabei in den Hintergrund: Erwartet wird, dass dieses "WAS" und "WIE" die Verantwortlichen erkennen können. Die jeweiligen Chefs sind und bleiben aber dennoch darin gefordert dafür zu sorgen, dass ihre nachgeordneten Führungskräfte und Mitarbeiter dies jeweils erkennen können. Konkret erfolgt dies durch eine organisierte, regelmäßige Kommunikation, Abstimmung und Kontrolle (~ Jour-fixe, Regelbesprechungen).


*   Um den Lesefluss nicht zu beeinträchtigen wird hier nur die männliche Form genannt, doch wird die weibliche Form gleichermaßen mitgemeint.